Aktuelles Haltern am See

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Besuch auf dem ehemaligen WASAG-Gelände
Einleitung

28. Februar 2024  Aus dem Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung in Nordrhein-Westfalen besuchten Staatssekretär Daniel Sieveke und der parlamentarische Staatssekretär Josef Hovenjürgen am Montag, 26. Februar, gemeinsam den Standort der ehemaligen WASAG-Sprengstofffabrik in Haltern am See. 

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Dort nahmen sie unter anderem Halterns Bürgermeister Andreas Stegemann, Peter Haumann als zuständiger Fachbereichsleiter beim Kreis Recklinghausen sowie der AAV-Geschäftsführer Dr. Roland Arnz in Empfang. Vereinbart wurde der Termin auf der Messe EXPO Real in München, wo der Kreis Recklinghausen die Fläche im Oktober vorstellte.

Eine Vision, wie sich das über 100 Hektar große Areal entwickeln sollen, gibt es bereits. Doch welche Herausforderungen warten auf den Kreis Recklinghausen, bevor die Idee des nachhaltigen Zukunftsstandort wahr werden kann?

"Die größte Herausforderung besteht aktuell in der notwendigen, sehr komplexen Altlastensanierung auf dem Gelände der ehemaligen Sprengstofffabrik", erklärte Peter Haumann vom Kreis Recklinghausen beim Rundgang über das Gelände. Denn durch die Herstellung von Sprengstoffen und die Verarbeitung von Munition während der Kriege seien Schadstoffe in den Boden gelangt.

Gesprochen wurde außerdem über den aktuellen Stand im Bereich des Denkmalschutzes, da einige Gebäude auf dem Gelände dauerhaft erhalten bleiben sollen. "Dazu befinden wir uns in guten Gesprächen mit der Stadt Haltern am See", fasste Haumann nach Begutachtung der verschiedenen Gebäude, die sich in unterschiedlich gutem Zustand befinden, zusammen.

Interessiert zeigten sich die Staatssekretäre außerdem bei der Frage, welche Optionen es zur Erschließung des Geländes gebe. Und auch eine mögliche Unterstützung des Landes mithilfe von Fördergeldern wurde angesprochen. "Ein solches Gelände wie hier in Haltern am See bietet das Potential, um Brachflächen wieder zu Bauflächen werden zu lassen. Es ist wichtig, dass alle Akteure in einem zielgerichteten Dialog stehen, um das Gelände innovativ und zukunftsfähig zu entwickeln", sagte Staatssekretär Daniel Sieveke.

Von der Sprengstoff-Fabrik zum nachhaltigen Zukunftsstandort Von dem 102 Hektar großen Areal im Ortsteil Sythen sollen rund 25 Hektar in den nächsten Jahren zu einem Standort mit den Schwerpunkten Umweltforschung, -bildung und -wirtschaft entwickelt werden. Es wird eine besonders nachhaltige Umnutzung der Fläche angestrebt, was unter anderem in einer schonenden Bewirtschaftung der umgebenden Waldflächen, der Förderung der außergewöhnlichen Natur- und Artenvielfalt und einem sparsamen Wasser- und Bodenmanagement zum Ausdruck kommen soll.

Eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung spielen zudem die energetischen Potenziale des Geländes, die für ein intelligentes, klimaneutrales Energiesystem genutzt werden sollen. Sogar die Erwirtschaftung eines Energie-Überschusses wäre denkbar, sodass das Gelände nicht nur sich selbst, sondern auch die nähere Umgebung versorgen könnte - zum Beispiel mit grünem Wasserstoff.

Bei der Entwicklung sollen Teile der einzigartigen Industriekulisse erhalten bleiben und mit der neuen Nutzung in Einklang gebracht werden. Auch die umliegende Natur mit ihrer ökologischen Bedeutung bleibt bestehen. Dies hat nicht nur einen großen Wert für die angesiedelten Unternehmen und ihre Beschäftigten, sondern auch für die Halterner und Besucher der See-Stadt, denn: Das Gelände soll perspektivisch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden und verspricht einen hohen Freizeitwert.

 

Hintergrund

Das Werksgelände der ehemaligen Westfälisch-Anhaltischen Sprengstoff Actien-Gesellschaft (WASAG) blickt auf eine 120-jährige Industriegeschichte zurück, in der hauptsächlich Sprengstoffe für zivile Zwecke - zum Beispiel für den Ruhr-Bergbau - hergestellt wurden. In den beiden Weltkriegen diente das Werk jedoch auch der Rüstungsproduktion. Insbesondere die Zerlegung von Munition nach dem Ersten Weltkrieg hat eine der ältesten, umfangreichsten und vor allem fachlich herausforderndsten Altlasten des Landes NRW verursacht.

Der Kreis Recklinghausen hat das Gelände im Jahr 2016 gekauft, weil kein Verursacher bzw. Störer mehr in Anspruch genommen werden konnte und der Kreis somit als zuständige Untere Bodenschutzbehörde in der Sanierungsverantwortung ist. Nach dem Ende der Sprengstoffproduktion im Jahr 2018 und der Stilllegung der Produktionsanlagen wurde das Gelände Mitte 2019 durch den Kreis Recklinghausen übernommen.

Mit dem Eigentumsübergang hat der AAV - Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung die Sanierung in die Hand genommen. Für die aktuell laufenden Untersuchungen und Planungen sind zunächst 5,2 Mio. Euro vorgesehen, von denen der AAV 80 Prozent und der Kreis Recklinghausen 20 Prozent trägt. Im nächsten Schritt sind Maßnahmen der Bodensanierung, der Rückbau von abgängigen Produktionsgebäuden und die Ertüchtigung und der Ausbau der Grundwasser-Sanierungsanlage geplant.

 

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Sie besuchten gemeinsam das Gelände: (v. l.) Baudezernent Siegfried Schweigmann (Stadt Haltern am See), Julian Mainzer, Fachbereichsleiter Peter Haumann (beide Kreis Recklinghausen), Halterns Bürgermeister Andreas Stegemann, Parlamentarischer Staatssekretär Josef Hovenjürgen (Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung NRW, MHKBD), Cordula Bußmann (Kreis Recklinghausen), Projektleiter Dirk Sahle, (AAV - Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung), Fachdienstleiterin Anke Kunz (Kreis Recklinghausen), Staatssekretär Daniel Sieveke (Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung NRW), Jochen Dodt (Denkmalschutz und Denkmalpflege, MHKBD), Referatsleiterin Ina Hanemann (Denkmalschutz und Denkmalpflege, MHKBD), Geschäftsführer Dr. Roland Arnz (AAV