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02. April 2025 Der Spielplatz an Römerstraße ist seit kurzem um eine Attraktion reicher: Im Römerdorf Aliso können sich die kleinen Legionärinnen und Legionäre so richtig austoben. Das große, neue Spielgerät bietet Gelegenheiten zum Balancieren, Klettern und Rutschen. Es steht genau dort, wo der Centurio vor 2000 Jahren sein Haus hatte.
„Es ist eine Freude zu sehen, wie Geschichte und Moderne auf diesem Spielplatz miteinander verschmelzen“, sagte Bürgermeister Andreas Stegemann bei der Eröffnung am vergangenen Donnerstag: „Ich bin stolz darauf, dass wir den Kindern in unserer Stadt einen so tollen Ort zum Spielen bieten können.“ Bereits kurz nach der Freigabe des Spielgerätes hatten die Kinder das Dorf bereits für sich erobert. Herzstück der Anlage ist der hohe Holzturm samt langer, geschwungener Rutsche. Er ist mit einem Römerschild verziert, das farblich auf den angrenzenden Streitwagen abgestimmt ist. Über eine Brücke sind beide Elemente miteinander verbunden. Die kleinere Rutsche des Streitwagens eignet sich ideal für jüngere Kinder, die sich noch nicht an die größere Nachbarrutsche herantrauen. Auf der anderen Seite des Turms wartet außerdem noch ein Kletterparcours darauf, bezwungen zu werden. Der Sand der den nötigen Fallschutz bietet, ist eine Spende der Gelsenwasser AG. Durch das goldene Emblem eines Legionärenhelms auf dem Reitwagen ist das Römerdorf schon von weitem als solches zu erkennen. Das Budget für das Spielgerät und die Montage betrug 50.000 Euro und dieses konnte gehalten werden.
Im August 2024 wurde der erste Teil des Spielplatzes an der Römerstraße fertiggestellt und ist bereits für die Öffentlichkeit freigegeben worden. Die damals eingerichtete Doppelseilbahn erfreut sich seitdem großer Beliebtheit. Außerdem hinzu kamen eine Doppelschaukel, eine Doppel-Kleinkinderschaukel, ein Federtier und ein Spielhaus.
Wie bei allen Spielplatzerneuerungen hat die Stadt Anwohnerinnen und Anwohner engmaschig im Prozess mitgenommen. Martin Rennemeier und Thomas Grave gehören zu den Eltern, die sich für die Renovierung des Spielplatzes eingesetzt haben. „Die Zusammenarbeit hat super geklappt und wir sind sehr glücklich mit dem Ergebnis“, lobten sie.
Im Mai wird noch ein letztes Element den Spielplatz vervollständigen – eine Römerstatue aus Holz. Für die Anschaffung hat die Elterninitiative ein Spendenprojekt ins Leben gerufen. Um das Dorf „zu bewachen“, wird der Holzrömer den Eingang des Spielplatzes zieren. Die Statue stammt von der Künstlerin Anja von Grünhagen, die unter anderem auch für das Holzelement am Eingang des Lebens-Baum-Hain verantwortlich ist.
Das Römerdorf Aliso fügt sich nicht nur optisch perfekt auf den Spielplatz in der Römerstraße ein – auch historisch hat es dort seine Daseinsberechtigung. Während der Umbauzeit kam es umfangreichen Ausgrabungen durch den Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL). Dabei haben die Archäologinnen und Archäologen insgesamt acht Pfostengruben der Holz-Erde-Mauer entdeckt. „Für können mittlerweile zentimetergenau bestimmen, wo die alte Wehrmauer verlaufen ist“, sagt Archäologie Bettina Tremmel. Genau dort, wo nun der große Holzturm des neuen Römerdorfes steht, habe früher der Centurio sein Haus gehabt. Centurio ist die Bezeichnung für einen Offizier des Römischen Reiches, der eine Centuria (Hundertschaft) oder eine vergleichbare Einheit befehligte. Außerdem entdeckten die Archäologinnen und Archäologen, dass schon vor 2000 Jahren auf der Fläche gespielt wurde – das verrieten ihnen zwei Steine aus Glas. Die Legionäre spielten damit Spiele, die mit dem heutigen Mühlespiel vergleichbar sind.